Geschichte des Saarlandes

Das Gebiet des heutigen Saarlandes unterlag lange Zeit den politischen Wirren zwischen Bayern, Preußen und Frankreich. Das Land als solches gibt es jedoch erst seit 1920: Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurden bayerische und preußische Gebiete entlang der Saar zum Saargebiet zusammengefasst und aufgrund eines Mandats des Völkerbundes 15 Jahre lang von den Franzosen verwaltet und kontrolliert. Zum Ende dieses Mandates stimmte die saarländische Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für eine Rückkehr ins Deutsche Reich.

Das Ende des 2. Weltkrieges brachte aber die erneute Abspaltung von Deutschland: Das Saarland wurde französisches Protektorat mit eigener Regierung, eigener Verfassung und sogar eigener Währung. Der saarländischen Landesregierung schwebte damals ein eigener unabhängiger Staat vor. Das Saarland wurde ein assoziiertes Mitglied des Europarates und war, wie die anderen europäischen Länder, Mitunterzeichner der Europäischen Menschenrechtskonvention. Mit dem wirtschaftlichen und politischen Aufschwung übte die Bundesrepublik Deutschland jedoch immer größeren Druck gegen die Souveränität des Saarlandes aus und verhinderte die Gründungsmitgliedschaft des Saarlandes bei der EGKS (Montanunion).

Angeheizt von prodeutschen Parteien und Zeitungen brach in der Bevölkerung ein heftiger Streit über die Zukunft des Saarlandes aus. Tumulte und gewalttätige Auseinandersetzungen führten daraufhin zu einem Verbot der prodeutschen Parteien und Zeitungen. Der Kampf ging trotzdem weiter. Augenzeugen berichten sogar von Bussen aus Kaiserslautern, die weitere prodeutsche Demonstranten ins Land brachten. Den Plänen der saarländischen Landesregierung, das Saarland zum europäischen Territorium auszubauen, wurde langsam der Boden entzogen. Während im Saarland die Planungen für die Ansiedlung vieler europäischer Institutionen, die sich heute in Luxemburg, Straßburg oder Brüssel befinden, voll im Gange waren, unterzeichneten 1954 die sich aussöhnenden Staaten Frankreich, als Mitglied der Westunion, und die Bundesrepublik Deutschland die Pariser Verträge, die der Bundesrepublik ihre Souveränität zurückgaben. Dort wurde neben vielem anderen (Beitritt zur NATO und EU) auch bestimmt, dass die Saarländer über das Saarstatut, das den Plänen ihrer Landesregierung entsprach, abstimmen sollten.

Die Frage auf den Wahlzetteln lautete: "Billigen Sie das mit Zustimmung der Regierung des Saarlandes zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik am 23. Oktober 1954 vereinbarte Europäische Statut für das Saarland?" 32,29% der Bevölkerung stimmten mit "Ja" - waren also für ein eigenständiges Saarland. Zu wenig: Die Ablehnung wurde als Wunsch der Saarländer gesehen, wieder deutsches Territorium zu werden. Am 1. Januar 1957 trat das Saarland der Bundesrepublik Deutschland bei. Damit wurden alle Bestrebungen der Saarländer, ein eigenes Land zu werden, aufgegeben. Trifft man heute auf die SUB, die saarländische Unabhängigkeitsbewegung, kann man das getrost als Marketing-Gag verstehen.

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Tags: Geschichte des Saarlandes, Saarland, Saarstatut, Unabhängigkeit,
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