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Saarland
 

Hihawai's Homburg Reiseführer


von Hihawai

Homburg Vorstellung

Homburg - Stadt der Superlative

Das größte Barockschloss Europas, der größte barocke Lustgarten Europas, die größten Buntsandsteinhöhlen Europas, die größte Dosenbierbrauerei Europas. Das alles befand oder befindet sich in der östlichsten Stadt des Saarlandes. Und was heute der Osten des Saarlandes ist, war ab dem 14. Jahrhundert der Westen Bayerns. 1410 gründeten die Wittelsbacher das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken mit Homburg als eines der Hauptverwaltungszentren und ab Ende des 18. Jahrhunderts sogar Residenzstadt. Unterbrochen von mehreren französischen Besatzungen, endete der bayerische Einfluss erst nach dem ersten Weltkrieg mit der Gründung des Saargebietes im Jahre 1920. Ein Erbe, das die Homburger nicht verstecken: Neben der Eingangstür des alten Rathauses am historischen Marktplatz prangt groß und weiß-blau das bayerische Wappen. Ein Bekenntnis, das die Zugehörigkeit, Tradition und Historie der Homburger dokumentiert.

Dass dies keine einseitige Beziehung war, zeigte sich im Bau eines Märchenschlosses der Superlative: Auf einem Hügel bei Homburg baute Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken sein Märchenschloss. Es sollte seinen Anspruch auf die bayerische Erbfolge als König Bayerns dokumentieren. Als solches musste es sogar Versailles übertrumpfen. Unglücklicherweise wurde es schon wenige Jahre nach der Erbauung durch französische Revolutionstruppen zerstört. Nur in den weiten Wäldern, die sich im Osten Homburgs bis in die Pfalz hinein erstrecken, wundert sich der Wanderer über die vielen alten Gemäuer mitten im Wald. Hier hatte sich Herzog Karl August einen riesigen Lustgarten angelegt. Die Sagen von den Festen und Vorfällen kursieren noch heute in der Homburger Bevölkerung.

Sichtbarer sind da schon die Ruinen der Festung Homburg auf dem Schlossberg, dem Hausberg der Stadt, deren Besuch man nicht versäumen sollte. Von dort oben auf dem Schlossberg hat man nicht nur eine weite Aussicht über die Stadt und das Umland, man kann auch in die Tiefen des Berges in das Labyrinth der größten Bundsandsteinhöhlen Europas eintauchen und die Fußspuren der Lebewesen des Trias entdecken. Die 20.000 Einwohner-Stadt Homburg mit ihren Plätzen, Brunnen, Kneipen, Cafés und Geschäften präsentiert sich indes als lebhafter Ausgangspunkt für diese Erkundungen und Wanderungen in die wilden Wälder des Karlsbergs. Kleinste Bundesligastadt war man übrigens auch mal.


 

Homburg Reisetipps

Wandern in der Karlslust

Auf einem Hügel nahe dem heutigen Stadtteil Sanddorf befand sich das größte Schloss Europas, erbaut von Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken. Als Alleinerbe aller Wittelsbacher Ländereien war er der designierte erste König von Bayern. Das standesgemäße Schloss, das sogar Versailles übertroffen haben soll, ließ er sich von seinem Hofmaler Johann Christian von Mannlich erbauen. Dazu gehörten natürlich auch ein großer Landschaftsgarten, der größte der damaligen Zeit, und eine Jagd. Platz dazu fand er in den Wäldern hinter dem Schloss, die bis in die heutige Pfalz hinein reichen.

Das Schloss selbst war nicht nur durch seine Größe und den Prunk bekannt, sondern auch für seine Bibliothek und die Kunstsammlung, die in einem ca. 80 Meter langen Bau untergebracht waren. Kunstwerke aus aller Welt wurden angekauft, Betten aus Gold angefertigt. Im Landschaftsgarten befanden sich große Tiergehege, Wasserfälle wurden angelegt, Pflanzen aus fernen Landen angesiedelt. 50-60 Kilometer Zaun umschlossen das Gelände, damit nur der Herzog seinen Spaß an der Karlslust hatte.

Als die Französische Revolution ausbrach, war Herzog Karl II. August dem französischen König Ludwig XVI. auf der Flucht behilflich, lud ihn zu sich ins Exil ein. Die französischen Revolutionstruppen fielen daraufhin auch in Homburg ein und eroberten Schloss Karlsberg. Herzog Karl II. August entkam um Haaresbreite nach Mannheim, Hofmaler von Mannlich schaffte es vor den Augen der Franzosen, das Schloss heimlich leer zu räumen und die Kunstwerke mit Karren wegzubringen. Die Kunstsammlung bildete später unter anderem den Grundstock der Kunstwerke in der Alten Pinakothek in München. Weitere Kunstwerke sind heute in Schloss Nymphenburg, in der Bamberger Residenz oder im historischen Museum der Pfalz zu sehen. Das Schloss jedoch brannten die französischen Truppen nieder. Dazu sollen 100 Wagen voll beladen mit Heu nötig gewesen sein. Der Rest wurde geplündert und zerfiel immer weiter. Später war es Napoleon, der befahl, das Schloss bis auf die Grundmauern abzutragen.

Heute ist die Karlslust frei zu betreten. Versteckt in den immer noch herrlichen Wäldern sind die Weiher und Ruinen wenig gekennzeichnet. Die Wanderung führt vorbei an Pflanzen, die in der Gartenanlage ihren Ursprung im Südwesten gefunden und sich dann weiter verbreitet haben - die Herzogskastanien sind ein in der Herbstzeit bei Wanderern sehr beliebtes Beispiel - und hat ihren ganz besonderen Reiz. Wie bei einer Schnitzeljagd gestaltet sich das Auffinden der alten Gemäuer als spannende Schatzsuche. Abenteuerlich sind oft die Ideen, um was es sich bei den Gebäuderesten handeln könnte. Viele Mythen ranken sich um Bärenzwinger, Zigeunerkapelle, Schwanenweiher und Reiterbrunnen. Zu einigen der Hauptsehenswürdigkeiten der Karlslust führt die Schlossbergtour, aber das Gebiet ist groß genug für mehr als eine einzige tagfüllende Wanderung.         

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Der größte Flohmarkt im Südwesten

Jägersburger Weiher

Homburg Sehenswürdigkeiten

Schlossberghöhlen Homburg

Der Schlossberg, der weit sichtbare Hausberg Homburgs mit seiner Festung auf dem Gipfel, ist doch in Wahrheit eher ein Schweizer Käse: In seinem Inneren erstrecken sich über 12 Stockwerke die Gänge und Hallen der größten Buntsandsteinhöhlen Europas. Und diese sind genau genommen gar keine Höhlen, sondern eine Mine, ein gigantisches Sandbergwerk. Über mehrere Jahrhunderte haben, wie man an der Deckenhöhe vieler Gänge erkennen kann, vor allem Kinder den Sand aus dem Berg heraus gekratzt und so 5000 Meter lange Gänge in gelb und rot geschaffen. Das reicht zum vierten Platz in der Streckenlänge der deutschen Schauhöhlen. Der Sand diente der Glasherstellung, dem Eisenguss oder als Scheuersand. Während der französischen Besatzung wurden Sprengstoffe im Inneren gelagert und sind wohl, wie man anhand der großen Säle vermuten kann, auch mal unkontrolliert explodiert. Meistens jedoch sind sie gar nicht mehr detoniert, denn die dauerhafte Luftfeuchtigkeit von 80% bis 100% entschärfte das explosive Material dauerhaft und zuverlässig.
Nach einer Schließung der Höhlen durch die Behörden und einer Phase der Vergessenheit, wurden die Schlossberghöhlen in den 1930er Jahren durch spielende Kinder wieder entdeckt. Ein Glücksfall, nach einer ersten Nutzung als Schauhöhle flüchteten sich viele Homburger Familien während der Bombenangriffe des 2. Weltkrieges in die Schlossberghöhlen und lebten teilweise wochenlang im Schutz des Berges. Eine Erfahrung, die die saarländische Landesregierung in den Jahren der Unabhängigkeit zwischen 1952 und 1955 dazu bewog, einen unterirdischen Regierungsbunker in den Schlossberghöhlen zu errichten, der heute Teil der Besichtigung ist.

Die Schlossberghöhlen wurden in den letzten Jahren aufwendig gesichert und saniert. Nachdem über längere Jahre nur das 20. Stockwerk besichtigt werden konnte, sind die zwei oberen Stockwerke im Sommer 2018 wieder zur Besichtigung frei gegeben worden. Dabei ist Helm tragen Pflicht. Die teilweise sehr niedrigen Decken erlauben an einigen Stellen nur ein Fortkommen in der Hocke. Einige Stellen wurden mit moderner Sicherheitstechnik versehen, um die Statik zu gewährleisten. Der weiche Sandstein kann mit der Hand aus dem Berg heraus gekratzt werden. Deshalb ist das Berühren der Wände verboten. Fotografieren dagegen ist ohne Einschränkungen erlaubt.

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Ruine Hohenburg

Römermuseum

Freiheitsbrunnen

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